Cowboyfeeling auf einer Rinderfarm im australischen Busch

Frühmorgens kurz nach Sonnenaufgang aufwachen, wenn es noch angenehm kühl ist und die Sonne noch nicht über unseren Köpfen brennt. Kängurus stehen an der Wassertränke und stillen ihren Durst und die einzigen Geräusche, die man hier hört sind die Gesänge der Vögel, das Rascheln der Blätter in den Eukalyptusbäumen und das Rauschen des angrenzenden Baches. Kälber rufen nach ihrer Mama und die Hunde tollen verspielt herum.
Nach einem guten, gesunden Frühstück werden die Pferde gesattelt, die Satteltaschen gepackt und der Cowboyhut aufgesetzt. Die Hunde springen bereits aufgeregt umher, denn sie wissen, was sie zu tun haben und können es kaum erwartet. Heute steht Cattle work auf dem Plan.
Wir machen uns auf die Suche nach einer Rinderherde, um sie zusammenzutreiben und auf eine andere Weide zu bringen. Die Pferde sind ausdauernd, gelassen und trittsicher und sie kennen ihre Aufgabe.
Bis wir die Herde gefunden haben vergeht bereits eine Stunde und die Sonne steigt weiter an und damit auch die Temperaturen.

Das Gebiet ist groß auf dem die Rinder grasen und so teilen wir uns auf, um die Herde von verschiedenen Richtungen aus immer enger zusammenzutreiben. Jeder trägt ein Walkie-Talkie mit sich worüber wir uns auf Kanal 13 jederzeit verständigen können.

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Wir einigen uns, dass wir die Herde in der Nähe der Wasserstelle versammeln um von dort aus den Marsch zur entfernt gelegenen Weide antreten zu können.
Es dauert eine Weile, um alle Kühe, Kälber, Bullen und Stiere an einem Ort zu versammeln. Denn immer wieder ändern vereinzelte Rinder ihre Richtung, um sich einen schattigen Platz unter den Bäumen und Büschen zu suchen. Hin und wieder liefern sich Pferd und Rind ein atemberaubendes Rennen. Sobald das Rind stoppt oder die Richtung ändert, stoppt auch das Pferd aus rasendem Galopp auf seinen Hinterbeinen und ändert kraftvoll die Richtung. Der Reiter braucht beinahe nichts weiter zu tun, als im Sattel sitzen zu bleiben und dem Pferd zu vertrauen. Die Pferde haben den sogenannten Cowsense und lieben die Arbeit mit den Rindern. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu spüren, wie die Pferde ihre eigenen Entscheidungen treffen, um das Rind einzufangen und letztlich zum Stehen zu bringen.
Alle versammelt setzt sich der große Trupp in Bewegung und über mehrere Stunden hinweg bewegen wir uns langsam vorwärts und hinterlassen eine riesige Staubwolke in mitten der scheinbar unberührten Natur. Auf dem Pferderücken durchqueren wir Flussläufe und die scheinbar endlose Graslandschaft des australischen Buschs. Vögel, Schlangen, Dingos, Kängurus und Koalas. Spinnen und Varane und noch viele andere Tiere. Sie sind alle hier und wir sind mitten drin. Wir sind alle eins mit der Natur.

 

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Zur Mittagszeit, wenn die Sonne ihren Höchststand erreicht hat suchen wir uns ein schattiges Plätzchen, schlagen unser Lager auf und lassen die Pferde grasen. Es ist 40 Grad im Schatten. Nach einem wohltuenden Mittagsschlaf und gefüllten Mägen treten wir am Nachmittag die letzte Etappe an. Müde und erschöpft treiben wir die Rinderherde die letzten Meter ins Tal, wo sie die kommenden Wochen ihre Mägen mit sattem Grün vollstopfen können.
Auf unserem Rückweg zur Farm reiten wir in den rot leuchtenden Sonnenuntergang und beobachten Kängurus und Dingos, die unsere Wege kreuzen.

 

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Vollkommen zufrieden ziehe ich meine Stiefel aus, legen meinen Hut beiseite und schlafe ein.
So oder so ungefähr sieht er aus – mein Traum als Cowgirl im australischen Outback. Und genau das erlebe ich gerade auf meiner aktuellen Farm. Unglaublich aber wahr!

 

Ich genieße mein Leben und fühle mich frei!

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2 thoughts on “Cowboyfeeling auf einer Rinderfarm im australischen Busch”

  1. Schön, Neues von dir zu lesen, liebe Alice 🙂 Toller Text – und wieder mal wahnsinnig schöne, eindrucksvolle Bilder!
    Es macht immer wieder großen Spaß, zu lesen, was du erlebst und dadurch ein wenig mitzuerleben, wie es dir auf deinem großen Abenteuer ergeht. Mach weiter so – wir freuen uns hier alle darüber, dass es dir offensichtlich so gut geht! Liebe Grüße ans andere Ende der Welt, Lea

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