Rückblick: Wie alles begann

Juhhuuu – geschafft! Meine Beiträge aus meinem vergangenen Blog „Auszeit“ von 2013 sind nun auch hier unter „Reiseziele > Norwegen“ zu finden.
Ich wollte das schon seit längerer Zeit erledigt haben, denn mit meiner damaligen dreimonatigen Auszeit vom Job hatte alles begonnen. Diese Auszeit und die Erkenntnisse daraus haben mir den Weg bereitet, um wieder zu mir selbst zu finden und ein Leben voller Lebensfreude und Träume leben zu können.

Ein ehrlicher Rückblick

Wie ich zu meiner Auszeit kam und damit alles ins Rollen brachte

Krisenzustand

Im Jahr 2012 hatte ich wohl den Tiefpunkt meiner innerlichen Krise erreicht. Es schien kein vor und kein zurück zu geben. Der Sinn meines Lebens blieb mir vollkommen verborgen und ich zweifelte enorm an der Berechtigung meines Daseins. Nichts mochte mich mehr erfreuen und ich schien immer weiter einzusinken im Morast meiner Selbstzweifel. Einfach alles war wie von einem dunklen Schatten umgeben, nichts schien mir irgendwie noch einen Sinn zu ergeben. Wie von einer dichten Nebelwolke eingeschlossen, schleppte ich mich von Tag zu Tag und konnte das Licht am anderen Ende des Tunnels einfach nicht erkennen.
Das, was mir jedoch die meiste Kraft raubte, war die Verzweiflung darüber, dass ich einfach überhaupt keine Idee hatte, wie ich mich aus diese Situation befreien konnte. Nichts und niemand konnte mir helfen. Ich wollte mich am liebsten in eine dunkle einsame Höhle verkriechen, wo mich nichts und niemand finden würde. Und nicht selten dachte ich an die Möglichkeit meinem Dasein ein Ende zu bereiten, um endlich frei zu sein.
Auch die fürsorglichen Menschen an meiner Seite konnten mir nicht helfen. Ich wusste, sie würden alles geben, nur um mich wieder Lächeln zu sehen. Doch es gab einfach nichts, was sie tun konnten.

Der Gang zum Therapeuten vielleicht der letzte Ausweg?

Als ich in diesem Zustand des scheinbar endlosen Zweifelns an meinem Leben befand, zog ich in Erwägung einen Therapeuten aufzusuchen, der mir vielleicht als Außenstehender einen Weg aus meiner Nebelwolke aufzeigen konnte. Dies war tatsächlich für mich einer der letzten Optionen, denn eigentlich war ich nicht so wirklich überzeugt von dieser Idee. Mit einer Therapeutin als Mami habe ich über die vielen Jahre wohl einen gewissen Therapeuten-Sinn entwickelt, sodass es mir schwer fallen würde mich den Frage-Antwort-Spielchen wirklich hinzugeben und mich zu öffnen. Ich wäre wohl mehr damit beschäftigt, die Methoden des Therapeuten zu analysieren und zu durchblicken, um dann mit einem Gefühl der Genugtuung die Sitzung wieder zu verlassen. Aber erreicht hätte ich dadurch sicherlich nichts (Beste Mama der Welt! Ich liebe dich und habe vollsten Respekt und absolute Anerkennung für deine Arbeit. Dennoch hat sie mich wohl mitgeprägt ;-)).

 

Nun gut, dennoch wollte ich einen Versuch beim Therapeuten wagen, denn ich sah ja zu diesem Zeitpunkt keinen anderen Ausweg. Ich telefonierte, schrieb Emails und fragte bei allen möglichen Therapieeinrichtungen in der Nähe nach einem freien Termin. Ohne Ausnahme erhielt ich von allen die Aussage, dass sie mich zwar auf die Warteliste setzen könnten, ich jedoch mit einer Wartezeit von etwa 6 Monaten rechnen müsste. Waaaassss? Das ist doch nicht zu fassen, oder? Da braucht man ernsthaft Hilfe und zwar jetzt direkt und dann soll man sich entspannt zurücklehnen und ein halbes Jahr warten? Solange konnte ich es aber nicht mehr aushalten. Ich hatte keine Kraft mehr, um mich noch viel länger über Wasser zu halten. Es musste schon bald etwas passieren. Also, was tun?

Abstand gewinnen, um einen klaren Gedanken zu fassen

Ich weiß nicht, wie ich das schaffte, aber vermutlich die Hoffnung und der Glaube daran, dass es irgendwie einen Weg aus meiner Sackgasse geben musste, brachten mich tatsächlich dazu, ernsthaft darüber nachzudenken, was mir guttun könnte. Der Nebelschleier um mich herum schien für einen Moment etwas Sonne durchblicken zu lassen. Ich machte mir bewusst, dass Pferde und die Natur mir einfach ohne Ausnahme immer gut getan hatten. Doch mein Job, der Alltag und meine Verpflichtungen erlaubten es mir nicht, genügend Zeit mit den Dingen zu verbringen, die mir guttaten und saugten mir auch dieses bisschen Energie ohne Umwege aus mir heraus. Und so sah ich die einzige Möglichkeit darin, mich radikal aus meinem Alltag, meinem Job und von meinen Verpflichtungen zu befreien. „Ich muss raus hier“, dachte ich mir. „Ich brauche Abstand“. Andernfalls würde ich es einfach nicht schaffen, mal wieder einen klaren Gedanken zu fassen.

 

Und wie durch ein Wunder brachte ich tatsächlich noch die Energie auf, mit meinem Umfeld und meinem Chef über meine Situation zu sprechen und um eine Auszeit zu bitten.
Verständnis und Unterstützung von allen Seiten. Und so stand ich kurz vor meiner 3-monatigen Auszeit von meinem Job, meinem Alltag und meinen üblichen Verpflichtungen.

 

Eine Zeit lang mal komplett raus

Ich sagte mir, es reicht nicht, einfach nur mal aus dem Job raus zu sein. Nein, ich musste komplett aus meinem aktuellen Leben raus. Eine Zeit lang mal ganz woanders sein. In einem unbekannten Umfeld, aber an einem Ort, der mir guttun würde.
Und ich glaube ja, dass das Leben einem das schenkt, was man braucht, wenn man es braucht. Und so fand ich über das Internet das „Traumtal“. Ein verstecktes Tal in einem kleinen abgelegenen Ort in Norwegen, erschaffen mit viel Liebe zu Pferden und der Natur. Tina nennt es ihr Dreamvalley, weil es das für sie ist und auch ich sollte das schon wenige Wochen später selbst erfahren.

 

Und hier begann der Weg aus dem dichten Nebel.
Mit meiner Entscheidung, mich zu befreien, mein Herz zu öffnen und der Welt mit geöffneten Armen zu begegnen, habe ich wieder angefangen zu Leben.
Von da an lief alles, wie von alleine und mit jedem neuen Tag wurde mein Leben schöner und schöner.

 

Ende gut, alles gut

Heute, mehr als zwei Jahre später geht es mir so wunderbar, wie seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr. Ich bin fröhlich, motiviert, voller Lebensfreude und Begeisterung. Ich schätze und liebe mein Leben und möchte es um keinen Preis mehr hergeben. Aufgeschlossen und mit offenen Armen bewege ich mich nun durch die Welt, freue mich jeden morgen auf den neuen Tag. Und vielleicht das wichtigste ist, dass sich die Frage nach dem Sinn meines Lebens für mich gar nicht mehr stellt. Ich lebe. Das sollte Sinn genug sein.

 

Wie konnte das eigentlich passieren?

Das absolut Verrückte an dieser Geschichte ist, dass ich bis heute nicht weiß, was da eigentlich passiert ist. Warum bin ich in solch ein Loch gefallen? Wie konnte es so weit kommen, dass ich tatsächlich keinen Sinn mehr in meinem Leben finden konnte? Und wie kann ich vermeiden, dass mir das noch einmal passiert?
Meine Vermutung aus heutiger Sicht ist, dass es wichtig ist, stets ehrlich zu sich selbst zu sein und niemals die eigenen Träume aus dem Blick zu verlieren. Das eigene Herz ist ein sehr guter Botschafter für das innere Befinden und wir sollten diese Botschaften nicht ignorieren.

 

Das bedeutungsvollste an dieser ganzen Erfahrung für mich war, den ersten Schritt zu gehen. Und dieser erste Schritt war eine Entscheidung.
Die Entscheidung, dass ich leben will.

Meine Eindrücken und Erlebnissen, die ich in Norwegen gesammelt habe

Wer meine Geschichten zu meinem ersten Abenteuer noch nicht kennt, den lade ich hiermit herzlichst ein auf eine Reise zu meiner vergangenen Gedankenwelt.

 

Und hier geht es los:
Norwegen ich komme. In wenigen Tagen geht es los…
In Oslo angekommen
Ankunft in Sollia
Tinas Traumtal in Norwegen
Bleib auf deinem Weg – Die Weisheit eines alten Indianers
Sonne, Wind und Schnee in Norwegen
Gesund Essen und Trinken
Ein ganz normaler Tag im Traumtal
Skitour in Norwegen
Eine andere Bedeutung
Minus 20 Grad – Winter in Norwegen
Alltag im norwegischen Traumtal
Wie die Zeit an Bedeutung verlieren kann
Kreativität im norwegischen Schnee
Tinas (anderer) Hof zu verkaufen
Kolik – Wenn ein Pferd Bauchschmerzen hat
Die norwegische Außentoilette
Geschmolzener Schnee im Pferdefell
Planänderung – Vorzeitige Abreise aus Norwegen

7 thoughts on “Rückblick: Wie alles begann”

  1. Hallo Alice,

    danke, dass Du Dich so offen über Deine Erfahrungen mitteilst. Ich kann jeden Deiner Sätze sehr gut nachempfinden, kenne die Situation, in der Du mal gesteckt hast. Und ich denke auch – so schwer es fällt -, dass der „Weg zurück“ über die eigene Sehnsucht geht, über das, was das Herz berührt und Lebendigkeit schenkt, selbst wenn kein direkter „Nutzen“ erkennbar ist. Das ist sicherlich das Wichtigste: das für sich herauszufinden und dann dem nachzugehen. Ich glaube, dass sich dann irgendwann etwas auftut, was es ermöglicht, diese Sehnsucht in „eine Form zu gießen“.

    Dein Blog macht Mut, sich auf diesen Weg zu begeben!

    Mach´s gut!

    1. Liebe Andrea,
      vielen Dank! Ich stimme dir voll zu und sehe das genauso. Manchmal ist es nicht so einfach sich über seine Sehnsüchte, Träume und Wünsche bewusst zu werden. Und wenn man versucht auf sein Herz zu hören, dann versucht uns unser Verstand nicht selten genau vom Gegenteil zu überzeugen. Beide Seiten gehören zu uns und haben seine Daseinsberechtigung. Doch besonders wenn es um Gefühle geht und darum, dass es uns gerade vielleicht nicht so gut geht, besonders dann, denke ich, sollten wir auf unser Herz hören.

      Im ersten Moment hatte ich etwas gezögert, ob ich diesen Artikel tatsächlich so veröffentlichen soll, dachte mir dann aber, dass ich ja nichts zu verlieren habe. Und wenn es vielleicht dem ein oder anderen hilft zu erkennen, dass man nicht alleine ist und sich auch aus solch einer schwierigen Situation wieder befreien kann, dann freut es mich umso mehr.

      Genieße dein Leben und tue das, was dir guttut. Dann wird es auch gut 🙂
      Liebe Grüße
      Alice

  2. Liebe Alice,

    ich kann mich noch gut an die gemeinsame Zeit mit dir in Norwegen erinnern und ich freue mich sehr, dass es dir heute so gut geht! Toll, dass du dich traust und einfach deinen Weg gehst!

    Alles Liebe und Gute weiterhin
    wünscht dir Lena

  3. Hey Alice!
    Ich glaub du sprichst da noch mehr Leute an als gedacht! Mindestens ein Sinn mehr steckt noch dahinter- grad wenn du diese Leute erreichst!
    Schön die Worte zu lesen, und sooooo wahr!
    Freue mich sehr auf deine Rückreise und unser Wiedersehen!

    Fette Umarmung!!

    Steffi

  4. Hallo Alice,

    ich würde gerne mehr von deinen Erlebnissen und Erfahrungen in Norwegen lesen. Wenn ich die Links anklicke, werde ich jedoch aufgefordert, ein Passwort einzugeben. 🙁 Wie komme ich da weiter?

    Ich hoffe, dass es dir gut geht!

    Liebe Grüße aus dem kalten Ruhrgebiet!
    Andrea

    1. Hallo Andrea,
      Vielen Dank für deinen Hinweis. Uuups. Da hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen. Der ist jetzt auf jeden Fall behoben. Die Links sollten nun funktionieren 🙂
      Viel Spaß beim stöbern.
      Liebe Grüße
      Alice

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.